DIE REISEBERICHTE VOM SULZBERGER-TEAM
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Kopenhagen gehört bekanntlich nicht zu den günstigsten Städten Europas. Ein Bier kann hier schnell einmal so viel kosten wie anderswo ein ganzes Mittagessen.
Trotzdem habe ich bei meinem letzten Aufenthalt festgestellt: Es geht auch anders.
Und vor allem braucht man gar nicht unbedingt viel Zeit, um etwas von dieser ausgesprochen sympathischen Stadt mitzubekommen.
Ob drei Stunden zwischen zwei Flügen, ein spontaner Ausflug über die Grenze nach Schweden oder eine günstige Übernachtung: Hier meine fünf persönlichen Tipps für Kopenhagen und Umgebung.
1. Drei Stunden in Kopenhagen – und ein richtig gutes Smørrebrød
Wer am Flughafen Kopenhagen einen längeren Zwischenstopp einlegt, muss seine Zeit nicht unbedingt zwischen Duty-free-Shops und Flughafenrestaurants verbringen.
Vorausgesetzt natürlich, man hat genügend Zeit bis zum Weiterflug.
Denn die Innenstadt ist erstaunlich schnell erreichbar.
Mit der Metro fährt man in rund 15 Minuten vom Flughafen zur Station Kongens Nytorv. Das kostet umgerechnet ungefähr fünf Franken. Für Kopenhagener Verhältnisse geradezu ein Schnäppchen.
Von dort sind es nur wenige Gehminuten bis zum Nyhavn, jenem malerischen Hafen mit seinen farbigen Häuserfassaden, der vermutlich auf jedem zweiten Kopenhagen-Souvenir abgebildet ist.
Und ja, die Häuser sind tatsächlich so hübsch wie auf den Fotos.
Wer etwas Zeit hat, kann von hier aus durch die Innenstadt schlendern, die berühmte Einkaufsstrasse Strøget entdecken und schliesslich in Richtung Rathausplatz und Tivoli weiterlaufen.
Kulinarisch gibt es zwei Möglichkeiten.
Die einfache Variante: Ein dänischer Hotdog von einem der zahlreichen Stände.
Die etwas gediegenere Variante: ein Besuch im Restaurant Slotskælderen.
Hier wird eine der bekanntesten dänischen Spezialitäten zelebriert: Smørrebrød.
Das klingt zunächst einmal wenig spektakulär. Schliesslich handelt es sich im Prinzip um belegte Brote.
Aber was für welche!
Mit Hering, Roastbeef, Fisch, Fleisch und allerlei anderen Köstlichkeiten werden die Brotscheiben derart kunstvoll belegt, dass man das Brot darunter teilweise kaum mehr sieht.
Meine persönliche Empfehlung: Roastbeef und Hering.
Und unbedingt etwas Zeit mitbringen.
Denn im Slotskælderen bezahlt man nicht nur für das Essen, sondern auch für die Atmosphäre einer typisch dänischen Gaststube. Gemütlich, traditionell, mit ausgesprochen freundlicher Bedienung und hervorragender Küche.
Günstig ist das nicht unbedingt.
Aber jeden Franken wert.
Mein Tipp: Unbedingt reservieren, vor allem wenn die Zeit knapp ist. Und beachten, dass die Küche nur mittags geöffnet ist.
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2. Mal eben nach Schweden – Malmö im Schnelldurchlauf
Kopenhagen hat einen weiteren grossen Vorteil: Schweden liegt praktisch vor der Haustüre.
Genauer gesagt auf der anderen Seite des Öresunds.
Und dank der berühmten Öresundverbindung kann man problemlos einen spontanen Ausflug ins Nachbarland unternehmen.
Direkt vom Flughafen Kopenhagen fahren regelmässig Züge nach Malmö. Die Fahrt dauert nur rund 25 Minuten.
Einmal kurz über die Grenze, und schon befindet man sich in Schweden.
Ich finde das immer wieder faszinierend.
Ein Ticket kostet für die einfache Fahrt ungefähr 120 schwedische Kronen, also rund zehn Franken. Je nach Tarif und Kaufzeitpunkt kann der Preis etwas variieren.
Wer nur ein paar Stunden Zeit hat, kann Malmö durchaus im Eiltempo entdecken.
Vom ausgesprochen schönen Hauptbahnhof ist man in wenigen Minuten in der Altstadt.
Dort warten hübsche Gassen, historische Häuser, der charmante Lilla Torg und verschiedene Einkaufsstrassen.
Natürlich könnte man hier problemlos einen ganzen Tag verbringen.
Muss man aber nicht.
Manchmal reicht es schon, ein wenig durch die Stadt zu schlendern, die schwedische Atmosphäre aufzusaugen und sich anschliessend wieder auf den Rückweg zu machen.
Nicht ohne vorher noch eine typisch schwedische Zimtschnecke zu kaufen.
Eine Kanelbulle gehört schliesslich zu Schweden wie das Smørrebrød zu Dänemark.
Und ganz ehrlich: Ein Ausflug in ein anderes Land, bei dem man am Nachmittag bereits wieder am Flughafen steht, hat auch seinen Reiz.
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3. Günstig übernachten – und trotzdem gut aufgehoben sein
Ich gebe es zu: Beim Wakeup Copenhagen in der Carsten Niebuhrs Gade hatte ich praktisch keine Erwartungen.
Es ging schlicht um eine Übernachtung.
Ein Bett. Eine Dusche. Möglichst zentral. Und bitte nicht zu teuer.
Mehr wollte ich eigentlich gar nicht.
Umso positiver war ich überrascht.
Schon beim Empfang ging es erfreulich unkompliziert zu. Alexander an der Rezeption begrüsste mich ausgesprochen freundlich.
Obwohl es erst zehn Uhr morgens war, konnte ich gegen eine zusätzliche Gebühr von rund 25 Franken bereits einchecken.
Early Check-in. Wunderbar.
Noch schnell eine Cola aus dem Hotelcafé mitgenommen, und schon ging es hinauf in den zehnten Stock.
Mein Zimmer?
Klein. Zweckmässig. Sauber.
Keine Design-Suite, kein Champagnerempfang und auch kein Badezimmer, in dem man Walzer tanzen könnte.
Aber alles vorhanden, was man wirklich braucht.
Und vor allem: ein ruhiger Platz zum Arbeiten.
Ich habe mich dort für drei Stunden eingerichtet, E-Mails beantwortet und unter anderem an diesem Reisebericht geschrieben.
Das Frühstück hatte ich bewusst nicht gebucht. Nach einigen ziemlich üppigen Schlemmertagen war etwas kulinarische Zurückhaltung angesagt.
Auch das soll gelegentlich vorkommen.
Praktisch ist zudem die Lage. Der Hauptbahnhof und der Tivoli sind gut erreichbar, und auch eine Haltestelle des Hop-on-Hop-off-Busses befindet sich in der Nähe.
Mein Fazit: Wer in Kopenhagen eine unkomplizierte, saubere und vergleichsweise preiswerte Unterkunft sucht, sollte sich das Wakeup durchaus anschauen.
Nicht jedes Hotel muss ein Erlebnis sein.
Manchmal ist es schon ein Erlebnis, wenn einfach alles funktioniert.
4. Hop-on-Hop-off – einmal Kopenhagen im Schnelldurchlauf
Ich weiss, ich weiss.
Hop-on-Hop-off-Busse haben nicht unbedingt den Ruf, besonders individuell oder abenteuerlich zu sein.
Man sitzt mit anderen Touristen in einem Bus, hört sich Erklärungen an und wird von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit gefahren.
Aber ganz ehrlich: Für einen ersten Überblick über eine Stadt finde ich das Konzept ziemlich genial.
Kopenhagen lässt sich auf diese Weise hervorragend erkunden.
Beim Anbieter Stromma beziehungsweise City Sightseeing gibt es drei verschiedene Routen, die sich auch mit einer Bootsfahrt durch die Kanäle kombinieren lassen.
Die klassische Route führt unter anderem an Nyhavn, Schloss Rosenborg, Schloss Amalienborg und der Kleinen Meerjungfrau vorbei.
Weitere Strecken erschliessen unter anderem das alternative Christiania und andere Stadtviertel.
Wer sich für moderne Architektur interessiert, sollte ausserdem CopenHill auf seine Liste setzen.
Das ist jene spektakuläre Müllverbrennungsanlage, auf deren Dach man tatsächlich Ski fahren kann.
Eine Skianlage auf einer Müllverbrennung.
Auf solche Ideen muss man erst einmal kommen.
Die längste Busrunde dauert ungefähr anderthalb Stunden. Mit einem 24-Stunden-Ticket kann man die verschiedenen Routen nutzen, wobei man die Fahrpläne beachten sollte, da nicht alle Linien gleich häufig verkehren.
Preislich ist das Ganze nicht gerade geschenkt. Für ein 24-Stunden-Ticket muss man je nach Anbieter und Angebot mit ungefähr 280 bis 300 dänischen Kronen rechnen. Mit zusätzlicher Bootsfahrt wird es entsprechend teurer.
Trotzdem finde ich das eine gute Investition, wenn man in kurzer Zeit möglichst viel sehen möchte.
Und dann wäre da natürlich noch die Kleine Meerjungfrau.
Jene weltberühmte Statue, die seit Jahren regelmässig auf Listen der meistüberschätzten Sehenswürdigkeiten auftaucht.
Nach meinem Besuch kann ich sagen: völlig zu Recht.
Sie ist wirklich klein.
Und sitzt da halt auf ihrem Stein.
Dass der Bus hier einen Fotostopp von ungefähr zehn Minuten einlegte, fand ich deshalb ausgesprochen angemessen.
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5. Rejsekort – die dänische Antwort auf Fairtiq
Wer in der Schweiz mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, kennt vielleicht die App Fairtiq.
Einchecken, losfahren, auschecken. Fertig.
In Dänemark gibt es mit der Rejsekort-App ein vergleichbares System.
Und ich muss sagen: Das funktioniert erfreulich unkompliziert.
App herunterladen, registrieren, Zahlungsmittel hinterlegen und schon kann es losgehen.
Vor dem Einsteigen checkt man in der App ein, nach der letzten Fahrt wieder aus.
Die Abrechnung erfolgt automatisch.
Keine Suche nach dem richtigen Ticketautomaten, keine Diskussion darüber, wie viele Tarifzonen man benötigt, und auch keine dänischen Sprachkenntnisse erforderlich.
Bei meiner rund zehnminütigen Busfahrt wurden mir gerade einmal 17 dänische Kronen verrechnet. Umgerechnet ungefähr CHF 2.10.
Für Kopenhagener Verhältnisse fast schon verdächtig günstig.
Und das Beste: Die App funktionierte problemlos, die Abrechnung war nachvollziehbar und böse Überraschungen blieben aus.
Einziger Punkt, den man nicht vergessen sollte: das Auschecken.
Sonst kann aus der vermeintlich günstigen Busfahrt unter Umständen eine etwas teurere Angelegenheit werden.
Mein Fazit: Eine App, die ich jedem empfehlen würde, der in Kopenhagen und Umgebung mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist.
Mein Fazit:
Kopenhagen muss nicht immer teuer sein
Natürlich bleibt Kopenhagen eine Stadt mit einem vergleichsweise hohen Preisniveau.
Wer in einem gehobenen Restaurant essen, in einem Luxushotel übernachten und sich durch sämtliche Cocktailbars der Stadt trinken möchte, wird das ziemlich schnell feststellen.
Aber es geht auch anders.
Mit der Metro für wenig Geld in die Innenstadt. Ein hervorragendes Smørrebrød in einer traditionellen Gaststube. Ein spontaner Ausflug nach Schweden. Eine unkomplizierte Hotelübernachtung. Und eine Stadtrundfahrt, bei der man in kurzer Zeit erstaunlich viel mitbekommt.
Vor allem aber gefällt mir, wie einfach vieles funktioniert.
Der öffentliche Verkehr ist gut organisiert, die Menschen sind hilfsbereit und die Wege sind angenehm kurz.
Selbst ein Zwischenstopp am Flughafen kann so zu einem kleinen Reiseerlebnis werden.
Mein Tipp: Beim nächsten Flug über Kopenhagen ruhig ein paar Stunden mehr einplanen. Es lohnt sich.
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